Therapie bei Morbus Parkinson

Warum ist die ambulante Therapie wichtig?

Da das Krankheitsbild von Morbus Parkinson (Muskelstarre, Muskelzittern, Bewegungseinschränkung) in hohem Maße den Muskel und Bewegungsapparat beeinträchtigt, ist die regelmäßige Bewegung von besonderer Wichtigkeit. Sie fördert nicht nur das eigene Wohlbefinden des Patienten, sondern gibt ihm vor allem Sicherheit im eigenen Tun. Zudem kommt es häufig auch zu Beeinträchtigungen der Stimme, der Atmung sowie des Schluckens. Das alltägliche Handeln wird für die Betroffenen immer schwieriger. Um ihr Leben jedoch so „normal“ wie möglich zu gestalten, ist es wichtig, sie in diesen Dingen zu unterstützen und zu trainieren.

Ziele der ambulanten Therapie sind das Erreichen größtmöglicher Beweglich- und Selbstständigkeit sowie die Verbesserung der individuellen Lebensqualität.

Ambulante Physiotherapie

Gemessen an dem Schweregrad der Erkrankung jedes einzelnen Patienten, wird ein persönlich zugeschnittenes Übungsprogramm mit einem entsprechenden Maß an Belastung und Anforderung erstellt.

In der Einzeltherapie wird beispielsweise Einfluss genommen auf Körperhaltung, Atmung, Koordination von Bewegungsabläufen und vor allem auf das Gangbild in seinen verschiedenen Variationen: Vorwärts, Rückwärts, Stop-and-Go’s, Treppe, Geschwindigkeit, Richtungswechsel. Durch verschiedene Therapiemaßnahmen wie z.B. das gezielte Dehnen von verkürzten Muskeln und Kräftigen vernachlässigter Muskelgruppen kann die Körperhaltung und somit das Bewegungsausmaß positiv beeinflusst werden.

Im Zusammenhang mit der Atmung und dem bewussten Anleiten von alltagsgebräuchlichen Bewegungen (Aufstehen aus dem Bett, Einsteigen in die Badewanne) können Ausdauer und Koordination geschult werden. Besonderes Augenmerk wird auf das Gangbild und die Sturzprophylaxe – in Ausnahmefällen auch auf das Falltraining – gelegt.

Ziel sollte ein flüssiges, harmonisches und sicheres Gehen sein.

Unterstützt werden kann die Therapie durch das Laufband und/oder das Galileo®-Vibrationstraining.

Ambulante Logopädie

In der logopädischen Therapie werden nach einer genauen Diagnostik zunächst gemeinsam mit dem Patienten die Ziele bestimmt.

Während der ambulanten Sitzungen wird dann an den Therapieschwerpunkten gearbeitet. Eine Methode, die speziell für Parkinson-Patienten entwickelt wurde, ist das Lee Silverman Voice Treatment (LSVT).

In diesem Intensivprogramm wird vor allem durch das Erhöhen der Sprechlautstärke die Verständlichkeit verbessert. Häufig zeigen sich durch diese Methode auch Verbesserungen in anderen Bereichen wie Atmung, Artikulation und Sprechausdruck. Ein sichereres Schlucken kann in der Logopädie z.B. durch eine veränderte Schlucktechnik oder angepasste Kost erarbeitet werden. Einen weiteren wichtigen Teil der Therapie stellt die Angehörigenberatung dar.

Ambulante Ergotherapie

Ergotherapie wird von dem griechischen Begriff "Ergon" = tun/handeln abgeleitet. Die Ergotherapie geht davon aus, dass das "Tätig sein" ein menschliches Grundbedürfnis ist. Sie setzt am Medium Handeln an, um verlorene Fähigkeiten zu fördern sowie Defizite durch Umlernen zu verbessern oder zu kompensieren.

Eine Methode, die speziell für Parkinso-Patienten entwickelt wurde ist das LSVT® BiG Konzept, dass auf den Grundlagen des LSVT®Loud beruht.

In der ambulanten Ergotherapie werden allgemeine Ziele gefördert:

  • Verbesserung /Erhalt der Selbstständigkeit
  • Berufserhaltende Intervention
  • Zurückgewinn bzw. Aufrechterhaltung derIndividualschrift
  • Verbesserung/Erhalt der Grob- und Feinmotorik, sowie des Gleichgewichts und der Koordination
  • Aufrechterhaltung von Freizeitaktivitäten
  • Verbesserung/Erhalt der kognitiven Leistungen

Die Therapeuten erläutern dem Patienten zudem die Möglichkeiten im Umgang mit diversen Hilfsmitteln, deren Nutzung und Einsatz sowie das Wissen um einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz.

Ein weiterer wichtiger Teil der ambulanten Ergotherapie ist die Angehörigenberatung und –anleitung, Beratung über barrierefreie Wohnungen sowie Sturzprophylaxe.

Therapie aus einer Hand

Durch die direkte Anbindung an die Uniklinik Köln entsteht eine enge Verzahnung mit den Ärzten und dem stationär arbeitenden Therapeuten-Team. Dies bietet den Therapeuten die Möglichkeit, die Patienten von der stationären Parkinson Komplextherapie in das ambulante Versorgungskonzept zu begleiten und somit einen effektiven Therapieverlauf zu gewährleisten.

Morbus Parkinson - Sportgruppe

Das Krankheitsbild von Morbus Parkinson beeinträchtigt in hohem Maße den Muskel- und Bewegungsapparat. Gezielte und regelmäßige Bewegung ist hier von besonderer Wichtigkeit. Bewegung fördert Ihr Wohlbefinden und gibt Ihnen mehr Sicherheit im eigenen Tun.

In der Sportgruppe Morbus Parkinson arbeiten wir gezielt an der Verbesserung des Gleichgewichtes, der Koordination von Bewegungsabläufen und an der Kräftigung und Mobilisation vernachlässigter Muskelgruppen. Dabei fördert das Training die Bewegungsfähigkeit und beugt Stürze im Alltag vor.

Teilnahmevoraussetzung

Um das Training absolvieren zu können, sollte man ohne Hilfsmittel sicher gehen können. Sollte dennoch ein Hilfsmittel im Alltag notwendig sein und Interesse an einer Sportgruppe bestehen, sprechen Sie uns an.

Kursdauer und Kosten

10 Kurstermine à 60 Minuten: 150 EUR

Gegenanzeigen

  • schwere Herzinsuffizienz
  • instabile Angina Pectoris
  • schwere Osteoporose oder Glasknochenkrankheit
  • akute Entzündungen oder Infektionen, Fieber
  • akute Frakturen
  • akute Bandscheibenvorfälle
  • Z.n. Operationen ( bis 4 Monate zurückliegend)
  • akute Thrombose

Anmeldungsformular

Hier gelangen Sie zum Kölner Parkinson Netzwerk (KPN). Das KPN ist eine Initiative der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fachärzten für Neurologie im Großraum Köln.

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