Trainingsprogramm

Im Verlauf der Intensivtherapie werden verschiedene physiotherapeutische Therapieelemente im Trainingsprogramm des Rehabilitationskonzeptes miteinander kombiniert, um die individuell definierten Therapieziele zu erreichen.

Ganzkörpervibrationstherapie

Bei dem Galileo-System handelt es sich um eine Vibrationsplatte, die sich wie eine Wippe bewegt. Durch diese seitenalternierende Bewegung der Platte werden neuromuskuläre Reflexe ausgelöst. Die Verbesserung der neuromuskulären Funktionen ermöglicht eine Zunahme der Bewegungsaktivitäten mit zunehmenden Aufbau beziehungsweise Kräftigung der Muskulatur. Als Folge des Muskelkraftzuwachses kommt es zu einer Zunahme der Knochenmasse. Dies entspricht den Erkenntnissen aus dem Modell der funktionellen Muskel-Knochen-Einheit, die besagt, dass sich der Knochen an die auf ihn einwirkenden Muskelkräfte anpasst.

Neben dem Zuwachs an Muskelkraft wird durch die regelmäßige Aktivierung der neuromuskulären Reflexbögen auch die inter- und intramuskuläre Koordination verbessert. Hierdurch kommt es zu einer Verbesserung der Körperkoordination.

Zudem wird durch die Anregung der Muskulatur ein positiver Effekt auf die Hautdurchblutung ausgeübt und es kann zu einer Verbesserung von eventuell bestehenden Kontrakturen kommen. Für Kinder und Jugendliche, die nicht in der Lage sind, auf einem Galileo-Standsystem zu trainieren, wurde dieses Vibrationssystem angepasst. Der Kölner Steh- und Gehtrainer - System Galileo ermöglicht es den Kindern, ein seitenalternierendes Ganzkörpervibrationstraining schon im Liegen zu beginnen. Entsprechend der Zunahme der Muskelkraft kann eine zunehmende Vertikalisierung erreicht werden, so dass die Kinder in einer immer aufrechteren Körperposition ihr Training fortsetzen können. 

Bobath-Konzept

Hierbei wird versucht möglichst alltagsorientierte Therapieziele zu erarbeiten. Dies beinhaltet z.B. das Einüben von Transfers in und aus dem Rollstuhl oder das Erlernen des selbständigen Stehens. Dies sind Fähigkeiten, die die Ausgangssituation für viele alltagsrelevante Tätigkeiten wie z.B. das Zähneputzen im Stand am Waschbecken oder das An- und Ausziehen von Kleidungsstücken darstellen.

Vojta-Konzept

Behandlungen die nach dem Therapiekonzept von Dr. Vojta durchgeführt werden basieren auf dem patho-physiologischen Hintergrund der Reflexlokomotion. Dies bedeutet, dass Kinder und Jugendliche über bestimmte definierte Reflexmuster verfügen. Diese Reflexe können in definierten Körperpositionen genutzt werden, um durch externe Reize Muskelaktivitäten zu initiieren und dadurch zu kräftigen. Diese so initiierten Muskelaktivitäten sind in vielen aktiven Fortbewegungsformen zu finden.

Medizinische Trainingstherapie

Im Rahmen der Intervall-Rehabilitation wird eine medizinische Trainingstherapie (MTT) mit Geräten durchgeführt. Diese sind speziell an die Bedürfnisse von Kindern mit Bewegungsstörungen angepasst. Die Geräte sind auf die Körperproportionen von Kindern und Jugendlichen in der Größe abgestimmt und es besteht auch die Möglichkeit mit geringen Gewichten zu trainieren. Durch dieses Training können Muskeln gekräftigt werden und Bewegungsabfolgen erarbeitet werden, die zum Erreichen der vorher bestimmten Ziele notwendig sind. So ist beim aktiven Umsetzen vom Rollstuhl auf einen Stuhl die Muskulatur der Arme genauso gefragt, wie wenn beim medizinischen Gerätetraining mit entsprechenden Geräten trainiert wird.

Bewegungsbad

Unter Abnahme beziehungsweise Teilentlastung des Eigengewichts können im Bewegungsbad neue Bewegungsmuster trainiert werden. Der Auftrieb des Wassers ermöglicht es vielen Kindern erstmals in eine senkrechte Position zu kommen und einen Fuß-Boden-Kontakt in einer senkrechten Position zu haben. Durch die Auftriebskräfte des Wassers haben die Kinder teilweise zum ersten Mal die Möglichkeit sich selbständig fortzubewegen. Das Wasser kann ebenfalls genutzt werden, um einen Widerstand bei Kräftigungsübungen zu bieten.

Laufbandtherapie / Lokomattherapie

Während der Intensivtherapie ist die Anbahnung des "Gehens" eine wichtige therapeutische Zielsetzung. Dies wird zum Beispiel im Rahmen der Gangschulung mit entsprechenden Hilfsmitteln (Rollator, Stützen) geübt.

Für Kinder, die sich nicht selbständig fortbewegen können, besteht die Möglichkeit das Gehen unter Teilentlastung auf einem Laufband zu üben. Hierbei werden die Kinder über ein Gurtsystem gehalten, das zum einen eine Gewichtsübernahme auf die Füße ermöglicht, zum anderen aber einen Teil des Körpergewichtes abnimmt.

So haben Therapeuten und Kinder Spielraum verschiedene Gangvariationen (zum Beispiel bergauf, rückwärts) zu erarbeiten. Für Kinder und Jugendliche, die selbständig Gehbewegungen noch nicht sicher durchführen können, wird eine Gangschulung im "Lokomat" angeboten.

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